& Rührei
Es gibt mehrere Arten, Rührei und Spiegelei vegan zu machen.
Wie bei allen veganen Speisen kann man es entweder sehr naturbelassen angehen oder sich auf Fertigprodukte einlassen, die in Maßen genossen auch nicht zu verachten sind.
1. Sehr überzeugend und ziemlich naturbelassen:
Yuba.
Yuba gibt es im Asialaden oder online, kommt traditionell aus Japan (im Laden manchmal auch aus China) und besteht aus Soja. Yuba wird hergestellt, indem man Sojamilch erhitzt und die dabei entstehende Haut auf Stangen aufhängt und trocknet. Diese getrocknete Platten oder Rollen werden zu Hause einfach ins heiße Öl gegeben und ergeben einen leckeren Eiersatz. Yuba kann unterschiedlich zubereitet auf sehr leckere Art verschiedene tierische Produkten ersetzen; leicht angebraten schmeckt es wie Rührei, stärker angebraten schmeckt es wie tierische Haut, ist zum Glück aber wie gesagt pflanzlich.
2. Eine weitere Möglichkeit ist The Vegg.
„The Vegg“ basiert auf Hefe und erhält seine Farbe durch Karotin. Es enthält außerdem B12 und schwarzes Salz (Kala Namak). Schwarzes Salz dient dem Ei-Geschmack und beugt z.B. Kropfbildung vor. Ganz ungesund ist The Vegg also auch nicht. Mit The Vegg kann man ein Eigelb herstellen, dass sich optisch mit dem tierischen verwechseln lässt. Das ist praktisch, wenn ein optisch überzeugendes Spiegelei erwünscht ist. Ausführliche Tipps und Rezepte mit The Vegg finden Sie auf der Website des Herstellers.
Hier geht es direkt zu den Rezepten mit Vegg.
3. Genauso, nur mit noch mehr Möglichkeiten, funktioniert MyEy.
MyEy gibt es als Eigelb-Ersatz, Eiweiß-Ersatz und Vollei-Ersatz. Mit MyEi kann man also wirklich alles vegan herstellen. Vom Spiegelei bis zum Bisquit-Boden. Es gibt keine Grenzen.
4. Tofu-Rührei vegan, ziemlich naturbelassen:
Sie können entweder Natur-Tofu in kleine Stücke reißen, bröseln oder Schneiden mit Zwiebeln, Muskatnuss, Pfeffer anbraten und genießen oder dasselbe mit Yuba versuchen.
Tipps:
- Röstzwiebeln.
- Kala Namak (Schwefel-Salz) verstärkt den Ei-Geschmack noch mehr.
„Warum sollte man Spiegelei vegan wollen?“
Außer „warum nicht?“:
1. Aus Mitgefühl.
Milliarden von Küken werden durch die Ei-Industrie weltweit jedes Jahr getötet. Milliarden. Nicht ein paar hundert, nicht ein paar tausend, sondern Milliarden von Küken. In Brütereien, wo Legehennen für die Ei-Industrie gezüchtet werden, sind die männlichen Küken nicht „rentabel“. Sie werden kurz nach dem Schlüpfen von den weiblichen Küken, die zu Legehennen degradiert werden, aussortiert (gesext) und erstickt, vergast oder lebendig zermahlen. Das ist keine Horror-Story, sondern die Realität, die hinter jeder Packung Eier steckt, ob bio oder konventionell. Manche männlichen Küken haben das zweifelhafte Glück, ein paar Monate lang gemästet zu werden, bevor sie ebenfalls getötet werden.
2. Weil es lecker ist.
Selbst, wenn Sie nicht vegan werden wollen, können Sie so Ihren Speiseplan bereichern und seltener „echtes“ Ei essen.
Man kommt auch ganz ohne Ei oder Eiersatz aus. Aber wer es haben möchte, kann es haben.
Mit oder ohne Leid – wir haben die Wahl.